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Exportsubventionen schaffen Armut und Hunger

Das Milchdumping nimmt weiter seinen Lauf. Als Landbewohner bekomme ich das tägliche Grauen mit. Die Bauern bekommen für den Liter Milch 20 Cent, haben aber Kosten in Höhe von 40 Cent. Die Bauern überleben, jedoch fehlt es massiv an Investiotions- kapital! Wenn das so weitergeht, werden immer mehr Höfe verfallen und damit schließen müssen. Die nachhaltige Versorgung der Bevölkerung mit natürlichen Lebensmitteln wird es nicht mehr geben.

Die Milch geht als subventioniertes Milchpulver in die Entwicklungsländer und wird dort zu einem Preis verkauft, der unter dem Preis für die von einheimischen Bauern erzeugte Milch liegt! Damit können die dortigen Bauern ihre Milch ebenfalls nicht mehr verkaufen und sterben.

Die letzte Preiserhöhung (2010) von Milchprodukten in den Verteilzentren (Lidl, Aldi etc) ist bei den Bauern nicht angekommen. Damit stopfen sich wohl die Handelskonzerne und Molkereien die Taschen voll!

Zum Hintergrund: Seit Ende Januar 2009 subventioniert die EU – mit Zustimmung der deutschen Bundesregierung – den Export von Milchprodukten. So kommen diese Lebensmittel zu Preisen auf den Weltmarkt, die deutlich unter den realen Produktionskosten liegen. In Entwicklungsländern bedroht dies die Lebensgrundlagen von hunderttausenden Kleinbauern. Sie können mit Dumpingpreisen nicht mithalten und müssen die Produktion einstellen. Die Folgen sind Armut, Hunger und Not. Diese Politik treibt in Europa die Industrialisierung der Landwirtschaft voran und dient vor allem Lebensmittelkonzernen und exportorientierten Molkereien.

Ein Bündnis aus Entwicklungs-, Bauern- und Umweltorganisationen hat deshalb unter: www.milchdumping-stoppen.de eine Online-Aktion an die beiden zuständigen Ministerinnen in der Bundesregierung, Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner und Entwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul, gestartet. Die Bundesregierung soll auf europäischer Ebene die Unterstützung für Exportsubventionen zurückziehen. Die Milchproduktion in Europa ist am Bedarf auszurichten, so dass keine Überschüsse zu Dumpingpreisen exportiert werden!

Die Erfolgschancen stehen gut: Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul fordert selbst den Stopp der Subventionen. Ilse Aigner behauptet, der Wiedereinführung im Januar nur unter der Bedingung zugestimmt zu haben, dass Exporte in Entwicklungsländer ausgeschlossen sind. Dies ist aber nicht der Fall.

Bis zum nächsten Treffen der EU-Agrarminister wollen die Initiatoren der Kampagne den Positionswechsel Deutschlands bewirken. Die Bundesregierung soll klipp und klar sagen, dass sie gegen Exportsubventionen in Entwicklungsländer ist, und eine erneute Abstimmung einfordern. Mit der Online Aktion werden die Bürger/innen aufgefordert, die beiden Ministerinnen zu entsprechendem Handeln zu drängen.

Quelle: Campact 2010
:Milchdumping stoppen

Kampagne: Agrar-Exportsubventionen stoppen

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