
©Wikipedia Friedrich Kromberg
Was kostet der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland und welche Vorteile bringt er? Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) sind weit komplexer, als es die öffentliche Diskussion erkennen lässt. Wer davon profitiert, dass mehr Strom und Wärme aus erneuerbaren Energien erzeugt werden, untersuchen Forscher im Auftrag des BMU. Federführend bei dem mehrjährigen Forschungsvorhaben ist das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI in Karlsruhe.
Zwischenbericht des BMU zur wirtschaftlichen Bilanz
Der neu erschienene Zwischenbericht bestätigt: Ja, die Förderung der erneuerbaren Energien kostet Einiges. Rund sechs Milliarden Euro sind im Jahr 2008 für die systematischen Kosten wie z. B. Strompreissubventionierung und Regelausgleichsenergie anzusetzen. Doch dem steht ein Nutzen allein durch vermiedene Umweltschäden von etwa acht Milliarden Euro gegenüber.
Verteilungswirkung
Betrachtet man die Verteilungswirkungen, ergibt sich ein differenziertes Bild: rund 4,6 Mrd. Euro als Einspeisevergütung fließen von den Stromkunden an die Anlagenbetreiber. Stromkunden oder –lieferanten sparen bis zu 4 Milliarden Euro dadurch, dass der Preis auf dem Großhandelsmarkt sinkt, wenn erneuerbare Energien konventionelle Kraftwerke verdrängen (sog. „Merit-Order-Effekt“). Den etwa 440 Mio. Euro an Fördermitteln des Bundes an die Anlagenbetreiber stehen gut doppelt so hohe Einnahmen aus der Besteuerung von EE-Strom gegenüber. Und auch an stromintensive Unternehmen und Schienenbahnen ist gedacht: eine besondere Ausgleichsregelung im EEG sieht für sie rund 700 Mio. Euro vor, finanziert von den übrigen Stromverbrauchern.
Gesamtwirtschaftlicher Nutzen
Zur Abschätzung des gesamtwirtschaftlichen Nutzens bilanziert die Studie die Arbeitsplatz- und Umsatzeffekte der neuen Branche ebenso wie Energiepreiseffekte, vermiedene Energieimporte und Versorgungssicherheit.
Die bisher vorliegenden Ansätze und Methoden zur Erfassung der ökonomischen Wirkungen des EE-Ausbaus werden im Zwischenbericht zusammengestellt, diskutiert und – soweit möglich – für die Jahre 2007 und 2008 quantifiziert. Dabei werden die Kosten- und Nutzenwirkungen des Ausbaus Erneuerbarer Energien in nachfolgende Kategorien eingeteilt:
Systemanalytische Kosten- und Nutzenaspekte: direkte und indirekte Systemkosten und die Nutzen des Ausbaus erneuerbarer Energien.
Verteilungsaspekte: welche Wirtschaftsakteure oder Gruppen durch die Förderung des EE-Ausbaus belastet oder entlastet werden.
Makroökonomische Aspekte: nationale oder sektorale Wachstumseffekte, z. B. Auswirkungen auf BIP und Beschäftigung.
Im weiteren Verlauf des Vorhabens sollen auch aktuelle und zukünftige Wirkungen für die Jahre 2020 und 2030 dargestellt werden.
Projektpartner
Die Auftragnehmer des BMU-Forschungsvorhabens „Kosten und Nutzenwirkungen des Ausbaus erneuerbarer Energien im Strom- und Wärmebereich“ sind:
• Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung
(ISI, Karlsruhe)
• Gesellschaft für Wirtschaftliche Strukturforschung mbH
(GWS, Osnabrück)
• Institut für ZukunftsEnergieSysteme (IZES, Saarbrücken)
• Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung
(DIW Berlin, Berlin)
Download
Der Zwischenbericht sowie ein Hintergrundpapier sind abrufbar unter: www.erneuerbare-energien.de. Dort finden sich auch Informationen zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland im Jahr 2009.
Quelle: BINE Informationsdienst 2010
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